Der Weg zurück zu Windows

Über vier Jahre war ich mit dem MacBook Pro und damit mit OS X unterwegs. In „Computerland“ sind vier Jahre eine lange Zeit. War damals ein Core2Duo-Prozessor nocht toll, ruft er heute nur noch ein langes Gähnen hervor. Es musste also doch langsam eine neue Kiste her.

Da die neuen Spielekonsolen von Sony und Microsoft in meinen Augen etwas enttäuschend ausgestattet sind, habe ich mich für einen PC entschieden, der auch zum Spielen geeignet ist. So steht unter meinem Schreibtisch jetzt doch wieder ein Midi-Tower, obwohl ich so ein Teil gar nicht mehr im Wohnzimmer haben wollte. Die genaue Ausstattung erspare ich euch hier, aber ich bin bisher sehr zufrieden mit der Leistung.

Noch bin ich in der „Einarbeitungsphase“, denn mit Windows 8.1 hat sich doch einiges geändert bei Microsofts Betriebssystem. Aber die gröbsten Ärgernisse kann man ja mit der „Classic Shell“ abschalten.

Ich dachte, ich würde Features wie Spaces und Exposé bei Windows vermissen, aber dann fiel mir auf, dass ich diese Sachen nur benötigte, weil bestimmte Programme einfach immer laufen „mussten“, z. B. iTunes oder Thunderbird.

Thunderbird-SymbolStatt dem E-Mail-Programm Thunderbird einen eigenen virtuellen Desktop zu gönnen, habe ich die Erweiterung „Windows Taskbar Unread Badge“ installiert. So wird mir in der Taskleiste am Thunderbird-Symbol die Anzahl der neuen E-Mails angezeigt. Sehr schön und quasi wie bei OS X.

iTunes kommt auf Windows nicht in Frage. Der Musikplayer ist unter OS X dank AppleScript-Unterstützung sehr gut, aber die Windows-Portierung ist einfach nicht besonders gelungen. Also habe ich wieder MediaMonkey installiert … und wurde von einer meiner Meinung nach hässlichen Oberfläche negativ überrascht. Auch die herunterladbaren Skins konnten mich leider nicht überzeugen. Außerdem sind die Plug-Ins, die ich damals™ nutze, irgendwo in den Tiefen des Support-Forums verschwunden. Heute habe ich dann per Zufall MusicBee entdeckt. Kann alle wichtigen Dinge, die ich von MediaMonkey gewohnt war, sieht schick aus und ist recht schlank. Zudem ist das Ding auch noch kostenlos. Also eine Win-Win-Situation ;).

Große Enttäuschung machte sich bei der Suche nach einem Twitter-Programm breit. Für Windows 8 gibt es zwar eine offizielle Twitter-App, aber die ist auf die „Modern UI“-Oberfläche beschränkt – also ein Medienbruch, wenn man wie ich lieber auf dem Desktop arbeitet und Twitter gerne nebenher laufen lässt. TweetDeck ist mir zu klobig und die Twitter-Apps, die ich vor ein paar Jahren noch ganz toll fand (MetroTwit, Seesmic, Blu), sind inzwischen leider unbrauchbar. Nach einigen Recherchen bin ich dann doch noch fündig geworden und jetzt läuft bei mir das kleine aber feine Programm Tweetz. Hier und da fehlen zwar (noch?) ein paar nette Features (bei Antworten wird die vorausgegangene Konversation nicht angezeigt), aber zumindest sieht das Ding nett aus und streamt brav die Tweets auf meinen Desktop.

Als Backup-Lösung und TimeMachine-Ersatz kommt natürlich „Genie Timeline“ zum Einsatz. Wie bei Apples Sicherungssoftware kann man das Programm einmal einstellen und dann einfach im Hintergrund seinen Dienst tun lassen.

Was jetzt noch fehlt sind meine Daten … die kopiere ich gerade fleißig von einem Gerät zum anderen. Und da sich in den letzten Jahren dank Smartphone und gestiegener Erwartungen beim Musikkonsum (ich sag nur „hochwertige MP3s“ und „verlustfreie Musikformate“) doch ein paaaaar Fotos und Lieder angesammelt haben, dauert das noch ein Weilchen …