Total verhältnismäßig!

Im Dezember 2011 hatte das Internet-Kollektiv „Anonymous“ zu einer DDoS-Attacke auf die GEMA-Website aufgerufen. Um diesen Angriff auch technisch weniger versierten Anon-Sympathisanten zu ermöglichen, wurden Links verteilt, die die GEMA-Server quasi per Mausklick attackierten.

Es weiß ja wohl jeder, dass man so einen Link auch hinter harmlos klingenden oder irreführenden Wörtern verstecken kann (z. B. „Angela Merkel nackt!“ … ach ne, da klickt ja dann niemand drauf ^^ – aber das Prinzip sollte klar sein).

Jetzt wurden 106 Fälle bekannt, in denen Ermittler aufgrund einer IP-Liste der GEMA (!) die Wohnungen durchsucht und PCs, Handys und Festplatten beschlagnahmt haben.

Die Verdächtigen hatten sich „bewusst“ an einem Anonymous-Angriff beteiligt, so der Vorwurf. Zwar sei die Gema-Seite zu keinem Zeitpunkt unerreichbar gewesen, aber erheblich langsamer geworden, heißt es in dem Beschluss.

Spiegel Online

Also: Die Seite der GEMA war noch erreichbar und von einer „bewussten“ Beteiligung kann man sicher nicht ausgehen, denn ein einziger Klick auf einen Link genügt, um auf die Liste der Verdächtigen zu geraten – und so einen Link kann man versehentlich anklicken oder aus Neugierde oder weil einem eben was ganz anderes als Zielseite „versprochen“ wurde.

Was zum Henker veranlasst nun einen Richter, diese Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen zu genehmigen? Ist das denn verhältnismäßig? Ich sage: Nein, ist es nicht. Die ganze Aktion ist riesengroßer Bullshit. Und sie wird den Verantwortlichen hoffentlich um die Ohren fliegen, wie damals bei „Operation Himmel„.